Wie hart trifft die geplante Wohngeldreform Aachen?
Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 einen Gesetzentwurf zur Neuordnung des Wohngeldes beschlossen. Vorgesehen sind ab dem 1. Januar 2027 unter anderem die Aussetzung der turnusmäßigen Wohngelderhöhung, eine Halbierung der Heizkostenkomponente sowie eine Verschärfung der Berechnungsformel.
Der Deutsche Mieterbund (DMB) geht von 500.000 Haushalten bundesweit aus, die im Zuge der Reform aus dem Wohngeld fallen. Sozialverbände wie der Paritätische Gesamtverband kritisieren die Pläne scharf und warnen vor einer faktischen Leistungskürzung zulasten einkommensschwacher Haushalte.
„In Aachen bekamen im Jahr 2025 3.975 Haushalte Wohngeld“, erläutert Carolin Heintz, wohnungspolitische Sprecherin der Linken im Rat der Stadt Aachen, „das bedeutet, es würden mindestens 1.300 Haushalte aus dem Wohngeld fallen.“
„Bei der Situation am Aachener Wohnungsmarkt ist ein Umzug in eine günstigere Wohnung illusorisch“, befürchtet Lea Heuser, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion „Viele Menschen, die derzeit wohngeldberechtigt sind, werden in der Folge Grundsicherung beantragen müssen.“
Die Linke hat nun eine Ratsanfrage gestellt, in der sie die Verwaltung um eine Einschätzung bittet, mit welchen Auswirkungen auf die Zahl der von Wohnungslosigkeit bedrohten oder betroffenen Menschen in Aachen zu rechnen ist und auch welche Auswirkungen auf die Finanzlage der Stadt zu erwarten sind. „Anders als das Wohngeld, das von Bund und Ländern gezahlt wird, müssen die Kosten für die Grundsicherung von den Kommunen getragen werden“, erläutert Fraktionsvorsitzender Andreas Nositschka.
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