„10.000 neue Stadtbäume so nicht zu schaffen“

Linke sehen Masterplan in Gefahr

Aachen, 24. April 2014

SteinbucheGanz ehrlich: Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir im Entwurf für den Masterplan Aachen*2030 dieses ehrgeizige Ziel fanden. Bis 2030 sollen sage und schreibe 10.000 neue Stadtbäume in Aachen gepflanzt werden, also im Durchschnitt 556 pro Jahr. Wir fragten uns, ob das die Beratung und Beschlussfassung in der Politik überleben wird.

Die Forderung überlebte, der Masterplan wurde im Dezember 2012 einstimmig beschlossen.

Doch was geschah seitdem? Ein konkreter Maßnahmenplan zur Umsetzung des ehrgeizigen Zieles fehlt bislang. „Wir fragen uns, wie ernst war der politische Beschluss gemeint?“, erklärt Linke-Fraktionsvorsitzender Andreas Müller, der für seine Fraktion im Mobilitätsausschuss sitzt. Deshalb beantragt Die Linke jetzt die Aufstellung eines Maßnahmeplans, wie das ehrgeizige Ziel erreicht werden kann. „Wir nehmen die Jahre 2014 bis 2017 ins Auge, die planerisch überschaubar sind“, so Müller. Bezirksvertreter Lasse Klopstein ergänzt: „Neue Bäume meint natürlich neue Standorte. Ersatzpflanzungen nach Kahlschlägen zählen nicht mit.“

Solche Kahlschläge gab es in den vergangenen Jahren reichlich, mal lagen sie im Verantwortungsbereich der Stadt, mal in dem des Landes oder es wurde im Rahmen privater Bauvorhaben abgeholzt. Neupflanzungen gibt es, aber nicht in ausreichendem Maße, wie Andreas Müller den Zahlen der Verwaltung entnimmt: „Im vergangenen Jahr gab es 87 Neupflanzungen und 10 Fällungen.“ Letztere betreffen nur den Verantwortungsbereich der Stadt. Kahlschlagaktionen des landeseigenen Straßenbetriebs sind nicht eingerechnet. Müller: „Dann sähe die Statistik richtig schlimm aus“.

Zwar konnten wir beobachten, das sich die Verwaltung bemüht, bei Straßenbaumaßnahmen mehr Bäume einzuplanen, doch fanden sich immer wieder politische Mehrheiten, die Bäume wieder aus der Planung streichen ließen, zu Gunsten von Parkplätzen, so etwa am Grünen (!) Weg, in der Friedrich- und der oberen Bismarckstraße. Klopstein: „Man kann nicht nach dem St.-Florian-Prinzip jeden Vorschlag ablehnen. So sind die 10.000 neuen Stadtbäume nicht zu schaffen.“

Die Linke sieht den Maßnahmenplan deshalb auch als Handreichung für die Politik.

 

Antrag als pdf

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